Bockerother wollen Linie 537 zurück
1. Februar 2011 | Von kwd | Kategorie: Vermischtes, ÖPNVInfo-Abend von KöWI zum Nahverkehr
– Die Ratsfraktion der Königswinterer Wähler-Initiative (KöWI) hatte die Bockerother zu einer Informationsveranstaltung in die Gaststätte “Op de Hüh” eingeladen, um über die Hintergründe für den Wegfall der Linie 537 zu informieren und den Bürgern Gelegenheit zu geben, ihre Erfahrungen mit dem neuen Fahrplan öffentlich mitzuteilen.
Nach dem neuen Fahrplan fährt nur noch die Linie 541 (Oberpleis-Oberkassel-Königswinter/Altstadt) durch Bockeroth, am Wochenende auch nur als Anruf-Taxibus. Die Linie 537 fährt genauso oft wie vorher von Oberpleis nach Bonn und zurück, allerdings nicht mehr über Bockeroth und stattdessen über Stieldorferhohn, abwechselnd in den beiden Varianten: mit Schleife durch Thomasberg / Heisterbacherrott und direkt.
Die Bürgervereine Rauschendorf, Bockeroth und Uthweiler hatten beantragt, die Linie 537 stattdessen abwechselnd in den beiden Varianten über Stieldorferhohn (mit Schleife durch H’rott/Thomasberg) sowie über Bockeroth/Rauschendorf zu führen. Diesem Antrag hatte die Stadt Königswinter Anfang Juli 2010 einstimmig bei Enthaltung der Grünen zugestimmt. Daraufhin hatte die Kreisverwaltung in den Sommerferien einen Eilbeschluss zur Korrektur des am 01.07.2010 beschlossenen Nahverkehrsplan vorbereitet. Dieser Korrekturversuch wurde leider vom Landrat und der schwarz-grünen Kreistagsmehrheit abgeblockt. Allerdings wurde in den Kreisgremien auch beschlossen, bereits im Frühjahr 2011 den Nahverkehrsplan dort nachzujustieren, wo große Probleme auftreten. “Nach aktueller telefonischer Auskunft der Kreisverwaltung ist der Wegfall der Linie 537 in Bockeroth und Rauschendorf einer von drei Beschwerde-Schwerpunkten im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis”, teilte KöWI mit.
Dies bestätigte sich auch die Resonanz der Info-Veranstaltung von KöWI, zu der circa 40 Bürger überwiegend aus Bockeroth erschienen, die sehr rege ihre Erfahrungen mitteilten. Insbesondere berichteten die Berufspendler übereinstimmend, dass bei der Rückfahrt aus Bonn weder der Anschluss von der Buslinie 537 in die 541 in Stieldorf noch der Umstieg von der Straßenbahnlinie 66 in die 541 in Oberkassel gelingt. Die Bahnen der Linie 66 würden sich öfters, die Busse der Linie 537 sogar sehr häufig verspäten. Die Fahrgäste aus Bockeroth mussten sich dann von Angehörigen am Umstiegsort abholen lassen, wenn sie nicht eine Stunde auf den nächsten 541-Bus warten wollten. Da der Abholweg bis Oberkassel zu weit ist, wird für die Rückfahrt lieber die Linie 537 bis Stieldorf genommen. Ein Pendler berichtete, dass er bei der Rückfahrt zunächst zum tiefgelegenen Bahnsteig der Linie 66 am Bonner Hbf geht und bei Verspätung der Bahn schnell zum Busbahnhof hoch läuft, um mit der 537 wenigstens bis Stieldorf fahren zu können.
Auch zur Umstellung der Wochenendfahrten auf den Taxibus wurde viel Kritik geäußert. Es wurden die Unzuverlässigkeit der Taxibusse und die umständliche Bestellung beklagt. Mehrere Anwesende hatten erlebt, dass das Taxi erst nach mehrmaligen Anrufen mit großer Verspätung oder gar nicht kommt. Die Rückfahrt aus Bonn am Wochenende sei nur bei aufwändiger Planung mit dem Taxibus zu schaffen.
Des Weiteren wurde bemängelt, dass abends die Rückfahrt aus Bonn, z. B. nach einem Theaterbesuch, gar nicht mehr möglich ist, da der letzte Bus gegen 22.00 in Bockeroth ankommt. Außerdem hätten sich die Verbindungen zum Schulzentrum Oberpleis zur 2. und zur 3. Stunde sowie nach der 7. Stunde verschlechtert.
Im Ergebnis wurde von allen Anwesenden sehr deutlich gefordert, dass die Linienführung der 537 gemäß dem Vorschlag der Bürgervereine geändert werden muss. Niemand konnte Verständnis dafür aufbringen, dass die Linie 537 in zwei Varianten und genauso oft wie bisher, aber nicht mehr über Bockeroth geführt wird. Die Argumente aus Sitzungsunterlagen und Schreiben des Rhein-Sieg-Kreises, dass Überbedienungen in Bockeroth und Rauschendorf zu vermeiden und die Mehrleistungen der Linie 541 auszugleichen seien, konnten bei den Anwesenden nur Kopfschütteln hervorrufen.
“Auch aus unserer Sicht sind die Begründungen des Rhein-Sieg-Kreises für die geänderte Linienführung der 537 nicht plausibel, da sich der Busverkehr in Bockeroth, Rauschendorf und Uthweiler erheblich verschlechtert hat, dabei aber keine Kosteneinsparungen oder sonstige wichtige Vorteile erzielt wurden. Wir hoffen daher sehr auf ein Einsehen der Kreistagsmehrheit und eine Korrektur zum nächsten Fahrplanwechsel im Juni”, betonte KöWI-Ratsherr Jürgen Klute.
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