Königswinter-Tal vor der Abspaltung?
21. Januar 2012 | Von kwd | Kategorie: Politik, Stadtentwicklung
Bernhard Rothe, Architekt aus Königswinter und Mitglied des Sanierungsforums, hat zur Einwohnerfragestunde des Stadtrates am 23. Januar 2012 eine Anfrage eingereicht, die es in sich hat: “Ist es rechtlich zulässig, als Bürger oder Bürgerin der Stadt Königswinter eine Abspaltung oder eine neue kommunale Zuordnung des Talbereichs dieser Stadt, also der Stadtteile Königswinter, Nieder- und Oberdollendorf sowie Römlinghoven, aus dem 1969 gebildeten aktuellen Stadtgebiet zu betreiben?” Steht Königswinter-Tal vor der Abspaltung vom Bergbereich?
Er begründet dies wie folgt: “Innerhalb der Bürgerschaft der Stadt Königswinter ist immer häufiger zu hören, daß sich der
Bergbereich und der Talbereich unserer Kommune in ihrer Entwicklung hinderlich im Wege stehen. Für den Talbereich – insbesondere für den Bereich der Altstadt – sind angesichts des zahlenmäßigen Übergewichts der Bergregion keine unabhängigen und gemeinverträglichen Weichenstellungen mehr möglich, die dem berechtigten Interesse der ansässigen Bürgerschaft entsprechen. Wie schädlich sich diese Einflußnahme auswirkt, zeigen die jüngsten Erfahrungen mit dem
Bebauungsplanverfahren 10/36 erneut sehr deutlich. Hier war, soweit bekannt, unter neunzehn Ausschußmitgliedern überhaupt nur noch ein Vertreter der Altstadt zugegen, dem außerdem kein Stimmrecht zugestanden wird. Die auch nach langen Beratungen deutlich erkennbare Uninformiertheit der meisten Ausschußmitglieder über den Beratungsgegenstand und die konkreten Probleme vor Ort bringen diese Unausgewogenheit zum Ausdruck. Das offen zur Schau getragene Desinteresse entspricht jedoch keiner angemessenen Bürgervertretung! Ähnliche Erfahrungen wie mit dem Bebauungsplanverfahren 10/36 stehen in Kürze mit dem sogenannten ‘Parkraumkonzept Königswinter’ ins Haus, das die Verwaltung offenbar massiv auf ein reines ‘Parkgebührenkonzept Altstadt’ reduziert hat.”
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Hat der Herr Architekt sich auch Gedanken darüber gemacht wie sich eine solche “Stadt” finanzieren soll? Scheinbar nicht.
Nach über 40 Jahren neue Stadt Königswinter sollten Gedanken ala “die da oben und wir hier unten” überholt sein und wir sollten uns endlich als Einheit verstehen und sehen . Mal abgesehen davon das solche Spaltungsgedanken eigendlich nicht mehr Zeitgemäss sind.
Es wird ja wohl nicht darum gehen eine Mauer zu bauen…oder?
Ich möchte “Borromäuse” in dieser Einschätzung Recht geben.
Natürlich gibt es unterschiedliche Gewichtungen in den Beurteilungen zwischen Berg und Tal, der Politik aber hieraus pauschal die Handlungsfähigkeit abzusprechen ist aber wenig förderlich. Hier wird etwas interpretiert was so nicht stimmt.
Im Gegenteil sollte stattdessen daran gearbeitet werden Kommunikation vor Verurteilung zu stellen.
Mittlerweile haben viele begriffen dass es Sinn macht mit der Bürgerschaft zu sprechen und nicht nur zu bestimmen. Das mag vielen zu langsam gehen, aber Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut.
Diese Ansätze aber schon jetzt permanent tot zu reden ist kontraproduktiver Mumpitz und
Leichenfledderei wo es noch keine Leichen gibt.
Dass Herrn Rothes Vorschlag weder realistisch noch finanzierbar ist dürfte jedem, auch ihm, klar sein.
Einzig plakativ und Effekt haschend würde ich es nennen einen Schritt 40 Jahre zurück nach aussen anzustreben.
Warum nicht gleich den Drachenfels zur Trutzburg umbauen um dem Umland zu zeigen wie sehr wir unsere Altstadt bereit sind zu verteidigen.
Und zum Thema Parkraumkonzept Königswinter nur soviel. Warum soll Königsinter nicht auch Parkgebühren erheben? Das wie und wann ist noch zu klären, aber auch Königsinter braucht Geld.
Es gibt zwar viele Esel in Königswinter, Goldesel habe ich hier aber noch nicht entdecken können! Es ist doch besser sich konstruktiv mit dem Parkraumkonzept zu beschäftigen als es jetzt schon zu verurteilen.
Klaus Bienentreu
Königswinter
Mir gefällt der Denkanstoß von Herrn Rothe. Eine Abspaltung ginge mir allerdings einige Schritte zu weit. Man sollte sich aber durchaus weiter Gedanken darüber machen, ob der Bereich Stadtentwicklung nicht stärker von denen mitgestaltet werden kann, die es aufgrund der räumlichen Nähe betrifft (den Drachenfels einmal ausgeschlossen).
@Herr Bienentreu: Schön geschrieben, wenngleich an der ein oder anderen Stelle (ich weiß, absichtlich) für meinen Geschmack etwas zu dick aufgetragen wurde.